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September 2021

Die Clubregatta 2021 – 3G in Best-Form

"Bericht von Carmen Kuster

Tag 1 – Samstag, 18.09.2021
Obwohl der Start erst für 13h00 angesetzt war, fanden sich die Teilnehmer und Helferlein schon recht frühzeitig ein – nicht nur für den sehr sorgfältig durchgeführten 3-G-Check und für die Registrierung bei der umsichtigen Helga Klein, sondern auch für den Check der Boote, die nach zT langer Regattapause erst wieder auf Vordermann gebracht werden mussten. Mit von der Partie ein buntes Potpourri an Segeljachten – von der OK-Jolle bis zur O- Jolle, vom futuristischen D-One bis zur historisch anmutenden Ness Yawl, vom Laser bis zum Piraten war alles gemeldet und größtenteils bereit, dem doch auffrischenden Wind die Stirn zu bieten. Angesagter Grundwind aus Nordwest von 10 Knoten mit erwarteten Böen von bis zu 25 Knoten liessen auf eine rasche Durchführung von zwei spannenden Wettfahrten hoffen. Ausgezeichnete Stimmung, Vorfreude und gute Clubkameradschaft in Form von gegenseitigem Helfen beim Herrichten der Boote zeichneten diesen Tag schon am Vormittag aus.

Pünktlich um 13h00 erfolgte das erste Ankündigungssignal durch Günter Fossler und sein Team am Startboot – und zwei (der vielen) Favoriten Jörg Deimling (auf D-One) und Andi Decker/Claudia Niemeczek (am Pirat) konnten sich gleich am Anfang des ersten Vorwindes an die Spitze setzen. Die Begeisterung über die unglaublich tolle Gleitfahrt war allerdings nur von kurzer Dauer. Der Blick derjenigen, die bereits am Vorwind dahinflogen, hätte wohl nicht nur achterlich nach Westen sondern auch Richtung Norden gehen sollen, denn was da innerhalb von wenigen Minuten herannahte, wurde nachträglich – von allen die darin verschlungen wurden - als schwarze Wand, Armageddon oder Auge des Sturms bezeichnet.

Wie die Dominosteinchen wurden Holzboot, Laser, OK-Jolle, Finn und sogar D-One und Pirat mit Spi fast gleichzeitig von einer unbarmherzigen Böe zu Fall gebracht; vier Boote
wetterten in sicherer Position ab und vier Unverwüstliche fuhren weiter, bis die"Regattaleitung abläutete, um den im Wasser Befindlichen wieder in die vertikale Maststellung zu helfen. Der durch die Kenterung der Mitstreiter begünstigte und in Führung liegende Horst Kaiblinger musste somit nicht nur den Verlust seiner eleganten Kopfbedeckung sondern auch den seiner Spitzen-Position verschmerzen – es sei ihm hoch anzurechnen, dass er nicht den Hut draufg’haut hat, sondern im Gegenteil seinen Konkurrenten das beste Tiramisu urbi et orbi offerierte.
Bis dahin verging aber noch etwas Zeit – zunächst mussten erst alle Boote im strömenden Regen zurück in den Hafen finden, wo die guten Feen aus der Küche schon mit heißem Segler-Tee und Broten auf die durchnässten Abenteurer warteten. Die Analyse ergab zum Glück, dass alle Segler und Boote das unerwartete Unwetter unverletzt überstanden hatten. Nicht nur die Regattaleitung auch Christa Kummer war wohl erleichtet, dass damit auf Beschwerde und Regressforderungen gegen die Wettervorhersage verzichtet werden konnte.
Jetzt konnten sich die Segler wieder in Ihrer besten Land-Disziplin messen: Geduld zeigen und warten, ob die Flaute nach dem Unwetter noch einmal einer angemessenen Windstärke weichen würde - was leider nicht mehr der Fall war. Dem Regattaleiter sei Dank, dass um 17h00 dem Warten offiziell ein Ende bereitet wurde. Gemessen wurde indes auch die Wassertemperatur, die mit 21 Grad keinen Grund für ein gekränktes Immunsystem lieferte.
Die aufgezeichneten Windspitzen wurden mit über 30 Knoten (1kn = 1,852km/h) vermeldet – bei den einzelnen Erzählungen spätestens beim Abendessen waren es dann schon gefühlt deutlich mehr. Dass sich die Stimmung abends launiger als am Donauinselfest präsentierte, lag definitiv nicht nur am ausgezeichneten kulinarischen Genuss und der entsprechenden Musikuntermalung; aber diese Hintergrundgeschichte wird nur Clubmitgliedern" "persönlich erzählt - und denen, die es noch werden möchten :-)"



"Tag 2 – Sonntag 19.09.2021
Für den zweiten Tag wurden etwas herbstlichere Temperaturen und Leichtwind erwartet. Die Hoffnung der Segler – unverbesserliche Optimisten – auf zwei Wettfahren lebte und wurde zumindest beim Start der ersten Regatta um 10h00 nicht enttäuscht. Alle Teilnehmer konnten die bei stark drehendem Wind (Alte Donau Bedingungen à la carte) doch recht anspruchsvolle Regatta erfolgreich zu Ende fahren. Aufgrund des nachlassenden Windes wurde bis 12h30 pausiert und die Reste des Vorabends genüsslich und ressourcenbewusst verzehrt. Danach wurden nochmals alle Kräfte am Wasser gesammelt und ein weiterer Versuch für eine zweite Regatta gestartet, der jedoch aufgrund der Bedingungen abgebrochen werden musste.
Für die Gesamtwertung zählte somit die eine entscheidende Vormittagsregatta:
Clublegende Wolfgang Wegl war mit seiner OK-Jolle nicht zu schlagen und holte vor Ferdinand Schmid am Finn und vor Andreas Decker/Claudia Niemeczek den Sieg. Über den strahlenden Sieger hatte Adiano Celentano schon am Vortag wohl zu Recht aus der Juckbox gemurmelt „il ragazzo di via Gluck“. Nur knapp das Podest verpasste die beste Steuerfrau Roswitha Beranek, die sich dennoch in bester Laune präsentierte – ob es daran lag, dass die Trophäen Vasen ohne Blumen waren? Denn die sollte sie ja nach der Performance hoffentlich von der Regattaleitung nachgereicht bekommen. Hervorhebenswert bleibt die Tatsache, dass die Top Vier beim Segeln auch überdurchschnittlich repräsentiert beim Schlussdienst am Vortag waren – das sollte allen Konkurrenten zu denken geben. Revierkenntnisse können eben durch Trockentraining allein nicht erworben werden.

Weiteres Fazit dieser wunderbaren Veranstaltung: Egal ob…"
… gesegelt, gekentert, gewonnen…
… gemessen, gewertet, geehrt…
… gekocht, gegessen, geholfen…
… getanzt, gesungen, gelacht…
… geschleckt, gewinselt, gestreichelt…
…wir alle haben dieses 3-G-Segel-Event gemeinsam genossen
und freuen uns schon sehr auf die nächste Clubregatta.
Danke und ein dreifaches Hipp, Hipp - Hurra auf die Wettfahrtleitung und alle Helfer!!

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